Bin ich Kandidat für eine Haartransplantation?
Ob eine Haartransplantation sinnvoll ist, entscheidet nicht der Leidensdruck allein, sondern der Befund. Fünf Punkte werden dabei geprüft: Ursache, Stabilität des Verlaufs, Spenderkapazität, Größe der Zielfläche und Erwartung.
Ist die Ursache geklärt?
Nur bei erblich bedingtem oder narbigem Verlust mit gesundem Spenderbereich ist eine Verpflanzung der richtige Weg. Diffuser Haarausfall aus anderer Ursache wird zuerst abgeklärt und behandelt.
Ist der Verlauf stabil?
Ein Verlust, der sich innerhalb eines Jahres deutlich verschlechtert, ist ein Grund zu warten. Sonst entsteht hinter der neuen Haarlinie eine Lücke, die nur mit einem weiteren Eingriff zu schließen wäre.
Reicht der Spenderbereich?
Entscheidend ist nicht die Fläche, sondern die Dichte pro Quadratzentimeter und die Haarstärke. Kräftiges, leicht welliges Haar deckt optisch mehr ab als feines, glattes Haar bei gleicher Graftzahl.
Wie groß ist die Zielfläche?
Vorderkopf und Haarlinie lassen sich fast immer gut versorgen. Bei sehr großen kahlen Flächen ist eine vollständige Abdeckung unrealistisch – dann wird priorisiert, statt dünn zu verteilen.
Sind die Erwartungen realistisch?
Eine Verpflanzung stellt die Haardichte der Jugend nicht wieder her. Sie schafft einen dichteren Rahmen und ein gepflegteres Gesamtbild. Wer das akzeptiert, ist in der Regel zufrieden.
Welche Vorerkrankungen sprechen dagegen?
Schlecht eingestellter Diabetes, Gerinnungsstörungen, aktive Hauterkrankungen der Kopfhaut und bestimmte Autoimmunerkrankungen. Vieles davon bedeutet nicht Nein, sondern erst behandeln.
Was ist mit dem Alter?
Unter 25 raten wir häufig zunächst zur Beobachtung. Nicht, weil es nicht ginge, sondern weil der weitere Verlauf noch offen ist. Mehr dazu im Beitrag ab welchem Alter.
Wie finde ich es sicher heraus?
Mit einer Untersuchung. Fotos aus dem Internet und Selbsttests ersetzen keine Trichoskopie. Der Einstieg ist unsere Haaranalyse und Beratung.
Was, wenn ich noch kein Kandidat bin?
Dann ist das ein Zwischenstand, kein Nein. Wir dokumentieren den Ausgangsbefund, besprechen erhaltende Maßnahmen und sehen uns den Verlauf nach sechs bis zwölf Monaten erneut an. Viele werden auf diesem Weg später zu guten Kandidaten.
Wie bereite ich mich auf die Beurteilung vor?
Bringen Sie Fotos aus früheren Jahren mit, dazu Ihre Medikamentenliste und – falls vorhanden – aktuelle Blutwerte. Damit lässt sich das Tempo des Verlaufs viel besser einschätzen als aus einer Momentaufnahme.
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